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Baiersbronner Austauschtreffen zum Thema Regionalgeschichte

Am 21. März 2017 besuchten Freiburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Gruppe geschichtsinteressierter Bürgerinnen, die in Baiersbronn und Umgebung ehrenamtlich in der Erforschung und Bewahrung der regionalen Geschichte aktiv sind.

Der Kontakt war im Lauf der Arbeit des WiNo-Projektes „Landnutzung und Waldentwicklung“ entstanden. Britta Bartel und Manuel Hugelmann, die als Studierende im Projekt Wissensdialog Nordschwarzwald mitarbeiten, hatten bereits Ende 2016 Kontakt mit Gemeindearchivarin Kühnel und Ernst Klumpp aus Baiersbronn aufgenommen. Schnell fand man zusammen, und so konnten die Studierenden in ihrer Arbeit über historische Waldgewerbe auf das Wissen der rührigen Gruppe - Dora-Luisa und Ernst Klumpp sowie Hans-Peter Maier vom Förderverein der Glashütte Buhlbach, Heinz Rothfuß und Otto Züfle von Hauffs Märchen Museum - zurückgreifen. Mit der Vorstellung erster Ergebnisse wollten sie sich nun für die Unterstützung bedanken und ihr gewonnenes Wissen wieder in die Region zurücktragen.

Ziel des Treffens war es dabei auch, Pläne für die zukünftige Zusammenarbeit zu schmieden. Daher wurden die Studierenden von Prof. Dr. Uwe Schmidt und Dr. Markus Herbener von der Professur für Wald- und Forstgeschichte, PD Dr. Thomas Ludemann von der Abteilung Geobotanik der Fakultät für Biologie und Dr. Regina Rhodius, Geschäftsführerin des Projektes Wissensdialog Nordschwarzwald, begleitet. Thomas Faißt, Köhler, Holzfäller und Kulturschaffender aus Baiersbronn, komplettierte die Runde.

Nach einem ersten Austausch im Café am Eck in Baiersbronn fuhr die Gruppe nach Friedrichsthal und erhielt von Alfons Egelhoff eine Führung in die von diesem in unzähligen Arbeitseinsätzen wieder erschlossene Grube Sophia. Dabei wurde anhand sichtbarer Wasseraustritte oberhalb des Grubeneingangs auch über mögliche weitere Stolleneingänge gefachsimpelt. Im Anschluss daran ging es nach Christophstal, wo Hans-Peter Maier das 1838 erbaute ehemalige Verwaltungsgebäude der unteren Werke der Königlich-Württembergischen Hüttenwerke Christophstal (Platzmeisterhaus) und die dort mit großem persönlichen Einsatz laufenden Sanierungsarbeiten und dabei zutage gekommene Biedermeierdetails vorstellte. Dora-Luisa Klumpp, Vorsitzende des Fördervereins Glashütte Buhlbach, lies beim anschließenden Besuch des Kulturparks Glashütte Buhlbach die Geschichte der Schwarzwälder Glasherstellung und der Glashütte Buhlbach in ihrer Führung wieder lebendig werden.

Bei Kaffee und Kuchen wurden dann die Zwischenergebnisse der Studierenden zum Thema Köhlerei diskutiert. Präsentiert und interpretiert wurden beispielsweise alte Rechnungen für den Holzverkauf an Köhler, aus denen die Baumarten ablesbar waren – Informationen, die Rückschlüsse auf die damalige Bewaldung zulassen. Die wissenschaftliche Bearbeitung von Archivmaterial sowie die Aufarbeitung von Kohleresten aus Fundorten werden in den nächsten Monaten von den Freiburgern fortgesetzt. Die Ergebnisse sollen abschließend in einer öffentlichen Veranstaltung in der Region vorgestellt werden. Doch zuvor wird es sicher noch den ein oder anderen bilateralen Austausch zwischen Baiersbronner bzw. Freudenstädter Aktiven und dem Freiburger Forschungsteam geben. Die Themen waren zum Ende des Treffens noch längst nicht erschöpft, und die Freiburger Crew zeigte sich tief beeindruckt vom Wissen und Engagement der ehrenamtlich Aktiven.