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Lokales Wissen zum Nationalpark Schwarzwald

Was 2016 erarbeitet wurde und wie es weitergeht

Bericht des Forschungsteams der Universität Freiburg:

Nach konzeptioneller Vorarbeit hat im Juli 2016 die Datenerhebung in der Region begonnen. So kamen in vierzehn Interviews die „lokalen Wissensträger*innen“ zu Wort. Sie berichteten über Veränderungen der Walddynamiken, die sie durch eigene Beobachtungen sowie durch über Generationen weitergegebene Erfahrungen besonders deutlich wahrnehmen. Dabei spielte auch der Umgang mit Stürmen und Borkenkäfern eine Rolle. 2017 werden die Interviews ausgewertet - die Ergebnisse werden am 28. April 2017 in einer Wissensdialog-vor-Ort-Veranstaltung vorgestellt.

 
Worum es geht

Menschen vor Ort sind eine wichtige Quelle „lokalen Wissens“. Aus ihrer Arbeit im Wald oder der Naturbeobachtung verfügen sie oft über Jahrzehnte entwickelte oder gar über Generationen weitergegebene Erfahrungen. Obwohl dieses lokale Wissen einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis von Ökosystemen und ihren Dynamiken leisten kann, ist es der wissenschaftlichen Forschung wie auch dem professionellen Waldmanagement meist nicht zugänglich. Vor diesem Hintergrund will sich ein Querschnittsthemenfeld von WiNo der Erschließung lokaler Wissensbestände in der Region Nordschwarzwald annehmen. Konkret geht es – in Kooperation mit regionalen Akteuren – darum zu erkunden, welches Wissen über die Dynamik der Wälder, über Borkenkäfer und deren Schadpotenzial, über die Entwicklung der Landschaft und ähnliches in regionalen Wissensnetzwerken „schlummert“.

 

Wie es gemacht wird

Das Projekt sucht in einem ersten Schritt nach „lokalen Wissensträgern“ zu den oben genannten Themen. Im Fokus stehen dabei all diejenigen lokalen Gruppen, die z.T. langjährige Expertise in der Betrachtung des Waldes und seiner Entwicklungsdynamiken haben (also z.B. Waldarbeiter*innen, Waldbesitzer*innen, Förster*innen, Naturschützer*innen und Naturliebhaber*innen). In einem zweiten Schritt sollen mittels qualitativer Interviews und gemeinsamer Waldbegehungen die Wissensbestände ausgewählter lokaler Experten*innen vor Ort systematisch erhoben und bewertet werden.

 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Pregernig, Universität Freiburg (michael.pregernig[at]envgov.uni-freiburg.de; Tel.: 0761/203-3708)