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Unkonventionell und einfallsreich: Studentische Ideen für die touristische Entwicklung der Nationalparkregion

Studierende der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der Universität Freiburg stellten am Montagabend ihre Gründungsideen zur touristischen Entwicklung der Nationalparkregion der Öffentlichkeit und Fachleuten vor. Sie stießen dabei auf sehr viel positives Feedback. Die Bandbreite der studentischen Ideen reichte von gesundheitstouristischen Angeboten bis zu Outdoor-Aktivitäten und Abenteuerevents:

So verbirgt sich hinter dem Stichwort „ComForest“ die Idee, Gästen eine einfache, schnell aufbaubare Unterkunft (One-Man-Shelter) für zur Verfügung zu stellen. Die Suche dieser Unterkunft mittels GPS-Koordinaten stellt Teil des dahinter stehenden Konzeptes einer Auszeit im Wald dar. Unter dem Motto „Black Forest Horror“ hatte sich eine weitere Studierendengruppe Gedanken um die Nutzung der verlassenen Lungenklinik auf der Charlottenhöhe gemacht und die Idee eines abenteuerorientierten Gruselwochenendes entwickelt. Dagegen stellte das gesundheitstouristische Angebot einer Wanderung am Sankenbach in Baiersbronn das Erleben der Natur als Kraftquelle in den Mittelpunkt. Inspiriert vom Konzept „Tatort Jungfrau“ im Grindelwald konzipierte eine weitere Gruppe Studierender den „Tatort Schwarzwald“, um Menschen in die Region zu locken und mit Land und Leuten vertraut zu machen.

In der anschließenden Diskussionsrunde bewerteten Fachleute die Projekte im Hinblick auf ihre Machbarkeit. Dabei wurden alle vorgestellten Gründungsideen äußerst positiv bewertet. Adrian Probst vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord sowie der Geschäftsführer der Kur- und Tourismus GmbH Bad Peterstal-Griesbach, Axel Singer, bescheinigten allen vier Projekten ein großes Potential. Beide Experten äußerten Interesse daran, zwei der Ideen auch in der Praxis in die Umsetzung zu begleiten und als touristische „Prototypen“ auszutesten. Denkbar sei bei einer Umsetzung auch, die guten Ideen aus mehreren Projekten miteinander zu kombinieren. Dr. Kerstin Ensinger freute sich über die unkonventionelle Herangehensweise der Studierenden, die wichtig sei, um neue Ideen zu entwickeln. In einem zweiten Schritt könne dann geprüft werden, welche Ideen für die Umsetzung innerhalb des Nationalparkgebiets, in dem Natur- und Prozessschutz oberste Priorität haben, geeignet seien und welche Vorhaben besser in die Kulisse von Nationalparkregion und Naturpark passen würden. Für Projekte mit starkem Nachhaltigkeitsbezug bestünden gute finanzielle Förderungsmöglichkeiten, etwa innerhalb der UN-Dekade für die biologische Vielfalt. Prof. Dr. Monika Bachinger, Professorin für Tourismus an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und Dr. Regina Rhodius, Geschäftsführerin des Projektes Wissensdialog Nordschwarzwald an der Universität Freiburg, boten an, die Projekte auch in der Umsetzungsphase fachlich zu begleiten.