Sie sind hier

Vom „Naturlabyrinth“ bis zum „Kurwald“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wissensdialog vor Ort“ stellten Studierende der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg am 25. Juni 2018 im Besucherzentrum des Nationalpark Schwarzwald ihre Konzepte im Bereich Wald, Gesundheit und Tourismus vor. Rund 40 Projektpartner, Studierende und interessierte Bürger/innen verfolgten die Vorträge der Studierenden der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.

Die Themen für die studentischen Projekte waren in der vorausgehenden WiNo-Projektphase entwickelt worden. In zahlreichen Workshops hatten regionale Akteure Ideen für nachhaltige, touristische Angebote mit besonderem Bezug zu den Themen Wald und Gesundheit entwickelt. Nach einer Bewertung durch eine Jury wurden vier Ideen zu Beginn des Semesters an Studierendengruppen übergeben. Deren Aufgabe bestand darin, die Ideen zu Konzepten weiterzuentwickeln, die konkrete Umsetzungsmaßnahmen beinhalten. Unterstützt wurden Sie dabei von den ursprünglichen Ideengebern,  die ihnen als Paten und Patinnen mit ihrer Praxiserfahrung zur Seite standen.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Frau Prof. Dr. Bachinger, die an der Hochschule für Forstwirtschaft das Wahlfach „Wald und Gesundheit“ lehrt, stellten die Projektgruppen die Inhalte und Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

Im Projekt „Kurwald“ ging es um die Entwicklung eines Kurwaldes in Bad Peterstal-Griesbach. Die Studierenden betrachteten dabei, welche landschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen ein Wald erfüllen sollte, um die Funktionen eines Kurwald erfüllen zu können. Die konkrete Angebotsgestaltung könnte verstärkt mentale Gesundheitsaspekte aufgreifen und dabei  auf den tagesbasierten Naherholungsmarkt und auf Kurzurlauber abzielen.

Das Projektteam „Naturlabyrinth“ entwickelte kreative Ansätze für die Gestaltung eines naturnahen Irrgartens. Angedacht ist, die Besucher zunächst durch eher naturfremd gestaltete Zonen zu führen. Im weiteren Verlauf des Labyrinths werden immer naturnähere Materialien verwandt, um den Besucherinnen und Besuchern ein schrittweises Eintauchen zu ermöglichen. Die Anliegen des Nationalparks werdenbei der Gestaltung verschiedener Stationen wie einem „Eichhörnchen-Hüpfen“, einer „Fühltheke“ oder dem „Tierstimmenspiel“ thematisiert.

Eine weitere Gruppe präsentierte ihr Konzept „Ein Tag wilder“ – ein besonderes Naturerlebnis-Angebot. Neben Abenteuer und der physischen Herausforderung, welche tagsüber auf einer anspruchsvollen Wanderung über Stock und Stein im Fokus steht, bietet dieses Erlebnis Raum für persönliche Reflexion und ruhige Momente. Eingeplant sind beispielsweise die Naturbeobachtung in einem „Naturkino“, sowie das eigenständige Kochen und die Übernachtung im Wald.

Mit der Erhaltung der landschaftsprägenden Heuhütten im Murgtal hatte sich eine weitere Gruppe beschäftigt. Es wurden mehrere Ansätze erarbeitet: So könnte eine historischer Lehrpfad die Geschichte der Heuhütten erzählen oder einzelne Heuhütten als schlichte Übernachtungsgelegenheit angeboten werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Heuhütten in soziale Projekte einzubinden. So könnte Landschaftspflege mit Bewegungsanreizen für Büroangestellte gekoppelt werden, oder Bildungsangebote im Bereich nachhaltige Entwicklung aufgegriffen werden.

Die Vorschläge der Studierenden stießen in der anschließenden Diskussion auf großes Interesse. Einige der Praxispartner waren zuversichtlich , dass diese zumindest teilweise den Weg in die Umsetzung finden können.