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Wahrnehmung und Bewertung von Wildtieren und deren Management in der Region Nordschwarzwald

Was 2016 erarbeitet wurde und wie es weitergeht

Bericht des Forschungsteams von Universität Freiburg und Forstlicher Versuchs- und Forschungsanstalt:

Im Sommer und Herbst 2016 wurden 350 Besucherinnen und Besucher des Nationalparks (vor Ortan den Eingängen zum Nationalpark) sowie 120 Einheimische per Telefon zu 13 verschiedenen Tierarten von Auerhuhn und Bachforelle bis hin zu Rothirsch und Wildschwein befragt. Die ersten Ergebnisse wurden im Februar 2017 im Rahmen einer Wissensdialog-vor-Ort-Veranstaltung vorgestellt und können hier nachgelesen werden.

 

Worum es geht

Wildtiere spielen in der Kommunikation über Umweltthemen eine wichtige Rolle. Denken wir an den berühmten WWF-Panda, an Gorillas im Regenwald oder den Eisbären, der als Symbolfigur für den Klimawandel auf einer einsamen Scholle zwischen Marrakesch und Kopenhagen treibt. Die meisten Menschen verbinden aber auch den Schwarzwald als Kultur- und Naturlandschaft mit dort lebenden Wildtieren. Um zu erforschen, welche Arten als sympathisch und attraktiv, wild und gefährlich, schädlich oder besonders schutzbedürftig wahrgenommen werden, führt die Universität Freiburg zusammen mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt die Studie "Wahrnehmung von Wildtieren in der Region Nordschwarzwald" durch. Denn im Zusammenhang mit Schutzgebieten und deren Umfeld hat die Thematik besonders hohen Stellenwert. Wildtiere können dort Konfliktfaktoren sein, aber auch Potentiale für die Regionalentwicklung und Vernetzung bieten. Kenntnisse über die Wahrnehmung und Bewertung von Wildtieren sowie relevante Akteursgruppen sind daher eine wichtige Grundlage für die Entwicklung politischer und sozialer Prozesse sowie eines partizipativen Managements. Bereits in der Gründungsphase des Nationalparks Schwarzwald bestätigte sich die Bedeutung dieser Beobachtungen auch in dieser Region.

Das Teilprojekt fragt daher in der Region Nordschwarzwald nach der Wahrnehmung und Bewertung verschiedener Wildtierarten und deren Management. Dabei werden auch Konflikte und Entwicklungspotentiale thematisiert. Die Kenntnisse über den sozialen Stellenwert der Wildtiere werden in das regionale Wildtier- und Akteursmanagement einfließen. Sie können zudem helfen, Natur- und Umweltthemen oder touristische und regionale Informationen für Zielgruppen interessanter aufzubereiten.

 

Wie es gemacht wird

Für die Beantwortung der Fragestellungen kommt folgende Methode zum Einsatz: 

► Befragung von Anwohnern und Besuchern der Region Nordschwarzwald

►Diskussion der Ergebnisse im Rahmen verschiedener Beteiligungsformate (etwa der AG Raufußhühner, der AG Luchs und Wolf, den Beteiligungsgremien des Nationalparks oder den Rotwildforen der Rotwildkonzeption Nordschwarzwald)

 
Ansprechpartner

Prof. Dr. Ulrich Schraml, Abteilung Wald und Gesellschaft, FVA Freiburg (ulrich.schraml(at)forst.bwl.de
Dr. Andy Selter, Professur für Forst- und Umweltpolitik, Universität Freiburg (andy.selter(at)ifp.uni-freiburg.de)