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Wissenschaft und Ehrenamt erforschen regionale Bergbauspuren

Am 23. Juni 2017 kam es zu einem zweiten Besuch der Freiburger Wissenschaftler bei den geschichtlich interessierten und ehrenamtlich aktiven Bürgern in Baiersbronn

Ziel dieses Treffens stellte die gemeinsame Analyse und wissenschaftliche Beurteilung von regionalen Bergbauspuren im Gelände durch Dr. Markus Herbener dar. Hierbei stand die aktive Unterstützung der Ehrenamtlichen vor Ort im Fokus des Treffens.

Ernst Klumpp präsentierte zunächst eine bildliche Auswahl an örtlichen Geländeformationen, die historische Bergbautätigkeiten vermuten ließen. Neben Dr. Markus Herbener als Experte für Bergbaugeschichte und Denkmale im Wald nahm auch Prof. Dr. Uwe Schmidt von der Professur für Wald- und Forstgeschichte an diesem Treffen teil, um die vielversprechenden Geländespuren in Augenschein zu nehmen.

Nach einem ersten Austausch fuhr die Gruppe, ergänzt durch Hans-Peter Maier, Heinz Rothfuß, Otto Züfle und Britta Bartel, zu ausgewählten Geländeformationen. An jeder Station fand ein ausgiebiger Austausch zwischen Regionalgeschichtlern und dem Freiburger Forscherteam statt. Häufig ergänzten interessierte Anwohner die angeregten Diskussionen und Ausführungen.

Während im Rahmen der Feldforschung die Existenz von Bergbau an einigen Stellen nicht eindeutig nachweisbar ist, fand die Forschergruppe an anderer Stelle eindeutige Hinweise auf historische Montangewerbe. Ein sichtbarer Wasseraustrittspunkt am Berg lieferte erste Hinweise auf historische Bergbautätigkeiten. Bei eingehenderer Betrachtung durch Dr. Markus Herbener konnten sowohl eine lasierte Tonscherbe als auch Erze und Kohlestücke von der ehemaligen Abraumhalde geborgen werden. Obwohl eine tiefergreifende wissenschaftliche Analyse der Funde aussteht, waren alle Anwesenden von den historischen Relikten fasziniert. Herr Züfle erklärte sich bereit die Fundstücke in seinem Museum zu archivieren.

Auch nach diesem zweiten Treffen zwischen den ehrenamtlich Aktiven und den Freiburger Forschern bleiben viele spannende Fragen und Themen offen, die in nachfolgenden Treffen intensiver zu besprechen sind. Zunächst ist ein weiteres Treffen für Oktober diesen Jahres angesetzt. Ziel hierbei wird sein, die Geländeformationen in den Waldgebieten in der vegetationsfreien Periode zu untersuchen und dadurch hoffentlich weitere Erkenntnisse für die Region zu gewinnen.